Lima


Bunt, grün und doch irgendwie karg. Eine Stadt, die uns das Herz nicht stehlen konnte, unserer Meinung nach trotzdem einige sehenswerte Flecken hat. Man muss dazu sagen, dass wir nur einen ganz kleinen Teil von Lima gesehen haben nämlich Miraflores, Barranco und das Zentrum mit Bauten aus der Kolonialzeit. Besonders gut gefallen haben uns die bunten Häuser und die vielen schönen Graffitis. Bezüglich Sicherheit scheint die Stadt stark aufgestockt zu haben überall hat es Polizisten, Sicherheitspersonal und um fast jedes Haus einen Zaun mit Kameras und Alarmanlage. 

Kulinarisch haben wir uns auch etwas ausprobiert: Inka Cola, Kokablätter, Ceviche, Pisco Sour, ... Mit dem Spanisch klappts noch nicht so richtig, kann ja noch werden ;).

Fotialbum hier

Titicacasee (Puno) 


Wir fliegen von Lima nach Juliaca um an den Titicacasee nach Puno zu gelangen. Bereits im Vorfeld warnte uns die eine Reisebegleiterin, dass dieser Direktflug für die Akklimatisierung der Höhe eher ungünstig sei (Lima ist auf Meereshöhe und der Titicacasee auf über 3800 Metern über Meer). Die meisten Reisenden gehen zuerst nach Cusco. Wir bedanken uns für den gut gemeinten Tipp und denken uns, dass wir in der Schweiz ja auch oft in den Bergen sind. Leider wird dieser Glaube bei Micha mit 2 Tagen Höhenkrankheit bestraft. Nach dem Stadtleben geniessen wir es in Puno unser Hotel etwas ausserhalb zu haben auf einer kleinen Halbinsel mit Blick auf den Titicacasee und viel Grün inkl. Alpacas, meerschweinchenähnlichen Nagern, Schmetterlingen, Vögeln und vielem mehr. So geniessen wir die Zeit draussen und bemerken etwas zu spät, dass die Sonneneinstrahlung relativ stark ist :). In Cusco erfahren wir dann, dass man mind. einen Schutzfaktor von 70 bis 100 auftragen sollte in dieser Höhe. Die Begegnung mit der Alpacaherde gehört zu unseren Highlights in Puno. Auch sehr eindrücklich finden wir die Uros Inseln im Titicacasee und ihre Bewohner. Der Ausflug dorthin hat sich gelohnt, auch wenn wir diesen als etwas sehr touristisch empfinden und hinterfragen ob diese Menschen wirklich noch dort und so leben wie uns erzählt wird. Die Inseln bestehen aus Schilfrohrbündeln und müssen dauernd wieder erneuert und ausgebessert werden. So entstehen viele neue Bilder. Uns beginnt Peru zu gefallen und wir freuen uns von Puno nach Cusco weiterreisen zu dürfen. Dies tun wir via Bus (juhu nicht im Flugzeug) und sehen so noch einige Sehenswürdigkeiten, Städte, Bewohner, Landschaften und vor allem die Anden. Hier unsere Eindrücke. 

Cusco


In Cusco erkunden wir die Altstadt, welche sehr schön ist und viele Lädeli und Beitsli hat. Hier gibt es definitiv viel mehr Tourismus als in Puno und dementsprechend auch einen blühenden Strassenverkaufsmarkt (Massage, Ketteli, Anhänger, Bilder, Gras und sogar Pilze werden uns immer wieder aktiv angeboten). Da Ostern ist, ist die Stadt weniger überlaufen und viele Läden geschlossen. Wir kommen jedoch nicht zu kurz und geniessen den bunten Markt mit einem vielseitigen Angebot. Zudem erhalten wir erste Infos über unser Fünftagestrekking "Salkantay" von unserem Guide Marco und sind schon etwas nervös und gwunderig.

Fotos

Salkantay Trek - the savage mountain trek to machu picchu


Day 1: Wir stehen um 04.00h auf um dann 04.30h mit dem Bus nach Mollepata Town zu fahren um zu frühstücken. Beim Frühstück stellt sich dann unsere Gruppe vor. Nebst uns sind vier weitere Paare mit on Tour - Florian and Pauline (France, leben aber in Canada Montreal), Matt and Pria (USA), Maria and Skyler (USA - Portland Oregon) und Brian and Sarah (USA - Ohio) und natürlich unser Guide Marco (Peru - Cusco). Wir sind alle zwischen 23 und 35 Jahre jung und verstehen uns von Beginn weg gut. Unser heutiger Trip führt von Challacancha (3651 m.ü.m.) nach Soraypampa (3869 m.ü.m.), wo wir unser erstes Camp antreffen. Die Skydomes sind der Hammer und wir hoffen auf eine klare (Sternen-) Nacht. Nach einem köstlichen und vielseitigen Zmittag ruft der Höhenbergtest. Wir wandern zum Humantay Lake auf 4221 m.ü.m.. Streng aber machbar. Auch Micha fühlt sich besser. Vielleicht helfen ja diese natürlichen Höhenkrankheitstabletten tatsächlich oder der Coca-Tee? Leider ist die Sicht auf den Gletscher hinter dem See vernebelt und es beginnt zu hageln, beim Abstieg werden wir dafür mit einem Regenbogen und einer super Sicht auf den Salkantay Mountain (6264 m.ü.m.) belohnt. Beim Abendessen lernen wir unsere beiden Köche und den Horseman kennen. Wir werden kulinarisch sehr verwöhnt. Oft sind die Küchen extrem primitiv. Wir staunen über diese Tatsache und schätzen dies sehr! Es gibt jeden Abend ein Aperöli mit Tee, Kaffee, Popcorn und anderen Snacks und etwas später eine vielseitige Mahlzeit. Die Nacht ist klar und kalt. So können wir den Sternenhimmel bestaunen und leider nur mässig gut und nur wenig schlafen.

Day 2: Um 05.00 werden wir von Marco geweckt: Good morning - can I come in, here you have some Cocatea. Dies wird zum morgendlichen Ritual, welches wir sehr zu schätzen lernen :). 

Heute steht uns gemäss Marco der härteste Tag bevor. Wir werden insgesamt mindestens 10h unterwegs sein, dazu kommt die Höhe (von 3868 m.ü.m. auf 4638 m.ü.m. danach wieder runter auf 2870 m.ü.m.), welche die Sache erschweren wird. Leider fühle ich mich nach gut einer Stunde wandern sehr unwohl, eine starke Übelkeit überkommt mich und will nicht mehr weg. Marco gibt mir Cocablätter und noch eine andere Inka-Medizin, leider ohne grossen Effekt. Die letzten 100 Meter trägt er schlussendlich meinen Daypack und Micha ermuntert mich, dass wir das schaffen! Auch die Gruppe hat viel Verständnis. Wir freuen uns alle auf dem Salkantay Pass angekommen zu sein. Hier zeigt uns Marco noch ein Ritual zu Ehren von Pacha Mama (ursprünglicher peruanischer Glaube). Fazit ist, dass man Muttererde sehr viel zu verdanken hat und deshalb auch etwas vom Besten zurückgeben möchte wie auch etwas, das von der Natur stammt. Unter einem Steinmändli werden Cocablätter gelegt, welche wir zuvor ausgelesen haben und Wünsche dazu ausgesprochen haben (wie z.B. schütze uns auf dieser Tour etc). Danach begiest Marco das Steinmändli mit einem dunklen Bier. Nur das Beste für Pacha Mama ist hierzu die Idee (dunkles Bier war früher nur den Reichen vorbehalten). Den Salkantay Mountain sehen wir leider nicht und der Regen macht den Abstieg bis zum Lunch-Ort zu einer mühseligen Angelegenheit. Leider fühle ich mich auch hier noch nicht besser. Nach dem Zmittag und weiteren Höhenmetern, die wir hinter uns lassen verschwindet die Übelkeit und wir gelangen von den Anden in den Cloudforest. Jetzt machts wieder mehr Spass. Wir freuen uns alle auf eine warme Dusche in unserem Camp mit Holzhüttchen. Funfact - es gibt zwei Duschen fürs Camp, eine heisse und eine die nach Lust und Laune von warm auf kalt schaltet. Micha überlässt mir den Warmduschvortritt - Gentleman-like :-)

Day 3: Heute soll ein Easytag werden, wurde uns gesagt. Wandern nur am Morgen ca. 5h mit anschliessendem Kaffeeplantagenerlebnis und Zeit zur freien Verfügung mit der Möglichkeit eines Besuchs der Cocalmayo Hotsprings. 31’593 Schritte legen wir dann doch zurück und freuen uns auf die heissen Quellen und das Muskelrelaxen. Die Wanderung von Chaullay 2870 m.ü.m. nach Lucmbamba 2017 m.ü.m. war doch für die Beine anspruchsvoller als gedacht, besonders nach dem gestrigen Tag. In Lucmbamba übernachten wir in Mitten von Bananen-, Avocado- und Kaffeebäumen in Jungle Domes.

Day 4: Wir stehen extra früh auf, damit wir vor den anderen Gruppen beim Aussichtspunkt sein können und auch etwas unsere Ruhe haben. Start ist somit um 05.50h. Insgeheim hoffe ich, dass ich heute fitter bin als am zweiten Tag, da heute der zweithärteste Tag sein soll des Treks. Unser Weg führt uns durch den Dschungel 700 Meter rauf, leider können wir aufgrund der Wolken noch keinen ersten Blick aus der Ferne auf Machu Picchu erhaschen. Ein erneuter Abstieg von 1000 Metern steht uns bevor, eine echte Herausforderung für die Kniegelenke. Am Mittag treffen wir auf Sarah und Brian. Sarah hat Probleme mit dem einen Knie und kann kaum mehr bergab gehen. Da wir den Zug für die letzte Strecke als einzige inbegriffen gehabt hätten und uns noch okey fühlen, überlassen wir unser Ticket Sarah. Die letzten drei Stunden führen uns entlang der Gleise von Hydroelectrica nach Aguas Calientes und fühlen sich echt hart an. Nach 8h- Wanderung kommen wir müde aber glücklich an unserem Ziel an und freuen uns auf den bevorstehenden nächsten Tag - Machu Picchu wir kommen :)!

Day 5: Um 06.00h gehören wir zu den Ersten, die den Machu Picchu erklimmen dürfen. Wir geniessen die Ruhe vor dem Sturm, die faszinierende Aussicht auf dieses Wunder und die Tatsache an unserem Ziel des Treks angekommen zu sein! Lamas und eine klare Sicht machen das Erlebnis perfekt. Wir habens geschafft und sind stolz auf uns und happy!

Fazit: Der Trek war anspruchsvoll, hat uns jedoch extrem bereichert, sei es von Seiten der vielseitigen und stetig wechselnden Natur wie auch durch kulturelle und zwischmenschliche Aspekte.

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